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Infos zum 1. (fast) energieautarken Haus in Niedersachsen Teil 1

10 April 2019

Die Wilhelmshavener Spar- und Baugesellschaft eG realisierte in Wilhelmshaven nach einem Konzept von Prof. Timo Leukefeld das erste (fast) energieautarke Mehrfamilienhaus Deutschlands. Für die anspruchsvolle Planung der Gebäudetechnik wurde auf lokales Know-How gesetzt.
Die Planung der gesamten Gebäudetechnik und die energetische Nachweisführung erfolgten durch das Ingenieurbüro Mantay. Die Berechnung für den EnEV- und KfW-Nachweis erfolgte nach DIN 4108 und DIN 4701.

Gebäudehülle

Um mit realistischem Aufwand einen hohen Autarkiegrad zu erreichen ist eine thermisch hochwertig ausgeführte Gebäudehülle Voraussetzung.
Die Außenwand ist als Mauerwerkswand mit Klinkervorsatzschale und 24cm Mineralwolle (λ=0,032 W/mK) als Kerndämmung bzw. mit einer vorgehängten hinterlüfteten Fassade mit identischer Dämmstärke ausgeführt. Für die Luftschichtanker und die Konsolen der Fassadenunterkonstruktion wurden möglichst wärmebrückenvermeidende Produkte verwendet um konstruktionsbedingte Wärmebrücken soweit möglich zu reduzieren. Hier wird ein U-Wert von 0,133 bzw 0,134 W/m²K erreicht.
Alle Fenster sind dreifachverglast und erreichen je nach Format Werte um Uw 0,8 W/m²K. Die Fensterflächen sind weitgehend entsprechend ihrer Ausrichtung dimensioniert um solare Wärmegewinne zu maximieren und Verluste zu minimieren.
Die Dachflächen sind im Schrägdachbereich mit Zwischensparrendämmung aus Mineralwolle (λ=0,032 W/mK) und Aufsparrendämmung aus Holzfaserplatten (λ=0,044 W/mK) ausgestattet und erreichen einen U-Wert von 0,132 W/m²K.
In Bereichen wo die oberste Geschossdecke den Abschluss der thermischen Hülle darstellt werden je nach Konstruktion U-Werte von 0,158 W/m²K und 0,118 W/m²K erreicht.
Die Bodenplatte mit U-Wert 0,146 W/m²K wurde in Ortbeton auf außenliegender Dämmung (XPS, λ=0,038 W/mK) ausgeführt, die durch EPS Dämmung (λ=0,035 W/mK) unter dem schwimmenden Estrich ergänzt wird.
Wärmebrücken wurden soweit möglich vermieden oder minimiert, insgesamt ergibt sich im detaillierten Wärmebrückennachweis ein geringer ΔUWB von 0,013 W/m²K.
Die Hülle erreicht einen spezifischen Transmissionswärmeverlust H'T von 0,193 W/m²K.